Tick chart

>Ein Tick-Chart ist eine Möglichkeit, Preisbewegungen eines Wertes darzustellen, die Tradern dabei helfen kann, die generelle Marktrichtung, den bestehenden Trend und zukünftige Marktbewegungen zu bestimmen.

Was ist ein Tick-Chart?

Bisher haben wir den Begriff „Preisdiagramm“ nie genauer spezifiziert. Das macht Sinn, denn fast alle Händler nutzen auf Zeit basierende Preisdiagramme.

In einem auf Zeit basierten Preisdiagramm endet jede Periode nach einer bestimmten Zeit. Während dieser Zeit werden alle Marktbewegungen in einem Candlestick zusammengefasst. Wie viele Marktbewegungen das sind, beeinflusst die Form des Candlesticks nicht.

Es gibt allerdings noch eine weitere Möglichkeit, Preisbewegungen anzuzeigen. Diese ist das Tick-Chart. In einem Tick-Chart spielt Zeit keine Rolle. Stattdessen beinhaltet jede Periode eine bestimmte Anzahl Trades.

Ein Händler kann die Anzahl der Trades, die in einem einzelnen Candlestick zusammengefasst werden, variieren und so kürzere oder längere Handelsabschnitte darstellen.

In einem Tick Chart mit einer Einheit von 100 Ticks fasst jede Periode 100 Trades zusammen. Wurden diese 100 Trades über einen Zeitraum von 15 Minuten aufgegeben, würde ein auf Zeit basiertes Preisdiagramm mit einer Zeiteinheit von fünf Minuten die gleichen Marktbewegungen in drei Candlesticks zusammenfassen.

Tick-Charts und zeitbasierte Preisdiagramme erzeugen also unterschiedliche Charts. Sie bilden unterschiedliche Formationen und akzentuieren unterschiedliche Teile einer Marktbewegung.

Um den Unterschied zu verstehen, können Sie auf das Volumen in einem zeitbasierten Preisdiagramm achten: Perioden mit mehr Volumen würden in einem Tick-Chart stärker betont werden.

Vorteile von Tick-Chars

Generell sind Perioden mit mehr Volumen wichtiger für zukünftige Preisbewegungen als Perioden mit geringem Volumen.

In einem zeitbasierten Preisdiagramm wird dieser Zusammenhang so nicht auf den ersten Blick deutlich. Deswegen müssen Sie das Volumen jeder Periode einzeln überwachen oder einen technischen Indikator einsetzen, um herauszufinden, welche Perioden wichtiger sind als andere.

In einem Tick-Chart hat jede Periode das gleiche Volumen. Deswegen gilt: Je mehr Perioden eine Bewegung enthält, um so bedeutender ist sie. Das macht in einigen Situationen die Analyse des Marktes einfacher:

Trendanalyse

In einem gesunden Trend besitzt die Bewegung in Trendrichtung in der Regel ein deutlich höheres Volumen als die Bewegung in die Gegenrichtung. Das bedeutet, ein Tick-Chart würde die Bewegung in einem Trend über mehr Perioden verteilen und die Korrektur in die Gegenrichtung über weniger.

Dadurch betont das Tick-Chart den wichtigsten Teil des Trends. Dadurch fällt es vielen Händlern leichter, Trends zu erkennen. Sobald ein Trend Schwung verliert, wird auch das in einem Tick-Chart sehr schnell deutlich.

Seitwärtsbewegungen

Während einer Seitwärtsbewegung müssen Händler herausfinden, in welche Richtung sich der Markt wahrscheinlich weiter bewegen wird sobald die Seitwärtsbewegung vorbei ist. Wieder kann die Analyse des Volumens bei dieser Entscheidung helfen und wieder kann das Tick-Chart den wichtigsten Teil der Bewegung herausstellen, um die Entscheidung zu erleichtern.

Nachteile von Tick-Chart

Leider haben Tick-Charts auch einige Nachteile:

Zu viele verschiedene Charts

Bei zeitbasierten Charts nutzen alle Trader die gleichen Standard-Zeiteinheiten. Wenn Sie eine Preisformation erkennen, werden deswegen auch viele andere Händler die gleiche Preisformation sehen und aus ihr die gleichen Schlüsse ziehen.

Das hilft, die aus einer Formation abzuleitenden Schlüsse zu verstärken. Da Sie wissen, was andere Händler sehen, können Sie vorhersagen, was diese tun werden. Kluge Händler nutzen diese Wissen um Preisbereiche zu finden, in denen viele Händler das gleiche tun werden. Der dadurch entstehende Ausbruch ist eine gute Gelegenheit, eine Binäre Option zu gewinnen.

Bei Tick-Charts gibt es allerdings deutlich mehr mögliche Zeiteinheit als in zeitbasierten Charts. Ob Sie nun ein Chart nutzen, das auf 100, 250 oder 1234 Ticks basiert, liegt ganz allein an Ihnen. Deswegen können Sie nicht vorhersagen, ob viele Händler das gleiche wie Sie im Markt sehen.

Zwar sieht jeder Trader in etwa die gleichen Marktbewegungen, alleine die Fertigstellung einer Periode wird sich aber deutlich unterschieden, je nachdem ob Sie 50 oder 666 Ticks zu einem Candlestick zusammenfassen. Deswegen ist es schwer, den richtigen Zeitpunkt für eine Investition zu finden.

Das raubt Ihnen einen der größten Vorteile einer Preisformation.

Wenige Preis- und Candlestick-Formationen

Aus ähnlichen Gründen entstehen in Tick-Charts auch nur wenige Preisformationen. Selbst wenn Sie beispielsweise einen Hammer oder einen Shooting Start finden sollten, ist dieser eher Zufall als das Ergebnis bedeutender Marktbewegungen.

Tick-Charts und zeitbasierte Preisdiagramme lassen sich schwer vereinen

Beim Wechsel von einem zeitbasierten Preisdiagramm zu einem Tick-Chart lässt sich die richtige Anzahl Ticks für eine Periode oft nur schwer bestimmen. Es gibt keine allgemeine Regel, wie viele Ticks einer bestimmten Zeiteinheit entsprechen.

Deswegen müssen Sie raten. Zwar ist es leicht, eine grobe Anzahl Ticks zu bestimmen, die in etwa die gleichen Preisbewegungen darstellt. Das ist aber nicht besonders exakt. Deswegen sollten Sie Tick-Charts nie für den Einstieg in den Markt nutzen.

Zusammenfassend sind Tick-Charts ein großartiges Werkzeug, um den Markt zu analysieren. Sie können Ihnen helfen, die allgemeine Marktrichtung und somit das große Bild zu verstehen. Für konkrete Investitionsentscheidungen, besonders für den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg, sollten Sie aber weiterhin zeitbasierte Preisdiagramme verwenden.

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